Nach schwierigem Jahr positiv in die Zukunft

05. April 2016

Das Geschäftsjahr 2015 der Liechtensteinischen Post AG war geprägt von der Sanie-rung der Bilanz, der neuen Strategie bezüglich der Auslandsengagements sowie Massnahmen zur Stärkung der Kernkompetenzen und Sicherung der Zukunft. Ohne Berücksichtigung der Auslandsbeteiligungen konnte erneut ein positives Ergebnis erzielt werden. Die Verschuldung wurde deutlich reduziert.

Anlässlich einer Medienkonferenz stellten Post-CEO Peter Beck und VR-Präsident Hans Brändle den Jahresbericht 2015 der liechtensteinischen Post vor. Dabei blickten sie gemäss Peter Beck auf das "wohl schwierigste Jahr in der Geschichte der Post zurück". Die Postführung hat das vergangene Jahr deshalb vor allem genutzt, um die Post wieder fit für die Zukunft zu machen und die Strategie voll auf die Stärkung der Kernkompetenzen zu richten. Im Kerngeschäft konnte denn auch 2015 ein positives Ergebnis erreicht werden. So betrug das Ergebnis ohne Berücksichtigung der Auslandsbeteiligungen MCHF 0.5. Trotz Rückgängen im klassischen Postgeschäft konnten andere Bereiche wachsen. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte die Liechtensteinische Post ohne die Auslandsbeteiligungen einen Umsatz von MCHF 45.7. Dies entspricht einem Rückgang von 3 % im Jahresvergleich.

Hans Brändle verwies auf den fundamentalen Wandel der Postmärkte. "Dies fordert uns heraus, unsere Produkte und Dienstleistungen permanent anzupassen". Er zeigte sich zuversichtlich für die Zukunft, nicht zuletzt verfüge die Post über eine moderne und starke Infrastruktur und betreibe mit ihrem Geschäftsmodell ein nach wie vor profitables Kerngeschäft. "Wir werden die vorhandenen Stärken und Kompetenzen künftig noch mehr nutzen und ausbauen, um vor allem regional nachhaltig erfolgreich zu bleiben", so Brändle. "Strategisches Hauptziel ist die Verteidigung der Marktführerschaft im postalischen Kerngeschäft." Die Post verfolge eine fokussierte Wachstumsstrategie im Paket- und Logistikgeschäft, bei der Brändle "reelle Wachstumsaussichten" sieht.

Verkauf Auslandsbeteiligung

Die Investitionen in die DIG AG in Linz und die Newtron AG in Dresden haben sich im Nachhinein als nicht zielführend für die Post erwiesen. Konsequenterweise beschloss der Verwaltungsrat zu Beginn des Geschäftsjahres 2015, sich künftig voll auf die Stärkung der Kernkompetenzen zu konzentrieren und schrittweise alle strategischen Optionen für die Auslandsbeteiligungen zu prüfen. Der erfolgreiche Verkauf der DIG AG per 31. Dezember 2015 war hierbei ein wesentlicher Meilenstein. Die Prüfung der strategischen Optionen für die Newtron AG läuft derzeit. Nichts destotrotz wird die Post die Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung weiter beobachten und im Rahmen ihrer Kernkompetenzen den Marktbedürfnissen Rechnung tragen. Brändle erklärte dazu: "Die Weiterentwicklung und Digitalisierung wird in jenen Geschäftsfeldern vorangetrieben, in denen die Kernkompetenzen der Post liegen."

Bilanz saniert

Da sich die Auslandsbeteiligungen nicht wie geplant entwickelt haben, mussten im Geschäftsjahr 2015 auf die Beteiligungen hohe Wertberichtigungen von MCHF 15.6 vorgenommen werden. Aufgrund dieser Wertberichtigungen weist die Liechtensteinische Post AG für das Geschäftsjahr 2015 ein negatives Jahresergebnis von MCHF 15.1 aus. Mit diesem Verlust drohte per Ende 2015 die Überschuldung der Liechtensteinischen Post AG. Dank einer Kapitalerhöhung durch die beiden Eigner Ende des Geschäftsjahres in der Höhe von MCHF 12 konnte die Existenz des Unternehmens gesichert werden, wobei entsprechend den Beteiligungsverhältnissen MCHF 9 (75%) vom Land Liechtenstein und MCHF 3 (25%) von der Schweizerischen Post getragen wurden. Das Eigenkapital der Liechtensteinischen Post AG lag per 31. Dezember 2015 bei MCHF 5.7. Da dieses Eigenkapital nur knapp über dem gesetzlich festgeschriebenen Aktienkapital vom MCHF 5.0 liegt, ist die Eigenkapitalsituation der Liechtensteinischen Post AG weiterhin angespannt. "Diese kann nur durch positive Ergebnisse in den kommenden Jahren verbessert werden", erklärte VR-Präsident Hans Brändle.

Verschuldung deutlich reduziert

Die Verschuldungssituation der Liechtensteinischen Post AG stellt sich per Ende 2015 durch das zusätzliche Kapital gegenüber der Situation vor der Sanierung stark verbessert dar. Dadurch konnte die Post kurzfristige Bankkredite ablösen. Zusätzlich wurde mit der Zahlung vom MCHF 4.5 bereits ein Drittel des Darlehens der Schweizerischen Post AG zurückbezahlt, wodurch sich auch die Bürgschaft des Landes Liechtenstein im gleichen Ausmass reduziert. Das Darlehen der Schweizerischen Post in Höhe von damals insgesamt MCHF 13.5 wurde für die Ausfinanzierung der Deckungslücke der Pensionsversicherung benötigt und ist mit einer Bürgschaft des Landes besichert. Die Nettoverschuldung der Liechtensteinischen Post AG beträgt per 31. Dezember 2015 noch MCHF 4.5, nachdem sie im Vorjahr noch bei MCHF 15.4 lag.

Wiederum hohe Qualität und Kundenzufriedenheit erzielt

Peter Beck verwies darauf, dass die Post auch 2015 ihre Dienstleistungen in der von ihren Kundinnen und Kunden geschätzten hohen Qualität erbringen konnte. Dies zeigen die Qualitätsprüfungen des Amtes für Volkswirtschaft sowie die Umfragen bei den Kundinnen und Kunden der Post. "Wie in den Vorjahren konnten die Werte auf hohem Niveau gehalten werden, was dem hohen Engagement der Mitarbeitenden der Post zu verdanken ist", so Beck.

Partnerschaften als Anker des Erfolgs

Als eine der kleinsten Postgesellschaften in Europa ist die Liechtensteinische Post AG auf gute Partner angewiesen, um im globalen Brief- und Paketgeschäft bestehen zu können. Der wichtigste Partner ist dabei die Schweizerische Post. Die hervorragende Zusammenarbeit ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Liechtensteinische Post AG. Sie profitiert dabei vom Know-how, aber auch von diversen Projekten der Schweizerischen Post. So konnte sich die Liechtensteinische Post AG zum Beispiel am Projekt zur Einführung der neuen Scannergeneration für die Zustellung beteiligen.

Neben dieser Partnerschaft mit der Schweizerischen Post sucht die Liechtensteinische Post AG auch regionale Partner für die Zusammenarbeit. So konnte im vergangenen Jahr gemeinsam mit der Telecom Liechtenstein in der Poststelle Eschen ein Shop-in-Shop eröffnet werden. Die Kunden profitieren damit von einer Anlaufstelle der Telecom im Unterland und können an einem Ort sämtliche Kommunikationsbedürfnisse abdecken. Solche Partnerschaften wird die Post auch in Zukunft anstreben, um damit den Nutzen für die Kunden weiter zu erhöhen und das Netz der Poststellen optimal nutzen zu können.

Chancen und Erfolge in Zukunftsmärkten

Im laufenden Geschäftsjahr 2016 wird die Post ihren Fokus auf die Zukunft des Unternehmens ausrichten. Die zunehmende Digitalisierung werde den postalischen Markt beeinflussen, nicht zuletzt zeigen dies die rückläufigen Zahlen in der klassischen Briefpost, so Beck. Dies konnte teilweise durch das Wachstum im Paketgeschäft kompensiert werden. So konnte der Bereich Logistik im vergangenen Geschäftsjahr ein erfreuliches Umsatzwachstum von 18% ausweisen. Dies lag laut Beck zum einen daran, dass die bestehenden Kunden sehr erfolgreich am Markt tätig waren und zum anderen an der Neukundengewinnung durch die Post. Auch in diesem Bereich überzeugt die Post mit hoher Qualität und Zuverlässigkeit und kann damit vom Boom im E-Commerce profitieren. Allerdings wird dieser Bereich einem immer stärker werdenden Wettbewerb ausgesetzt, nicht zuletzt drängen neue branchenfremde Marktteilnehmer (z.B. Amazon) auf diesen Markt. Wichtig für die Zukunftssicherung wird deshalb auch eine hohe Effizienz, grosse Kostendisziplin und vor allem Innovation sein. Weiter zeigen diverse Auszeichnungen im Bereich Philatelie, dass die Briefmarken aus Liechtenstein zu den schönsten und qualitativ hochwertigsten der Welt gehören. Diesen Anspruch erfüllt die Philatelie Liechtenstein als Teil der Post jedes Jahr und trägt damit zur positiven Reputation Liechtensteins bei. Zudem ist die Philatelie ein gewinnbringender Bereich, welcher durch neue Kunden- und Geschäftsfelder weiter gestärkt werden soll. Peter Beck verwies darauf, dass 2015 ein besonderes Jahr, aber auch ein Jahr war, in dem die Post in einer schwierigen Situation die Chance erhielt, weiter zu bestehen und ihre wichtige Aufgabe im Staat und für den Wirtschaftsstandort zu erfüllen. "Diese Chance werden wir wahrnehmen und beweisen, dass die Entscheidung der Eigner, an die Post zu glauben und sie mit dem notwendigen Kapital zu retten, richtig war". Um die Basis für den zukünftigen Erfolg zu schaffen, wird im Geschäftsjahr 2016 die Optimierung der Geschäftsprozesse, insbesondere der Finanzprozesse, ein besonderes Gewicht erhalten.

Transparenz als Grundlage des Vertrauens

Ein grosses Anliegen des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung ist es, das Vertrauen gegenüber der Liechtensteinischen Post AG weiter auszubauen. So wurde die Kommunikation gegenüber den Mitarbeitenden wie auch gegenüber den Eignern und der Öffentlichkeit intensiviert. Für den Geschäftsbericht 2015 wurde auf zusätzliche Transparenz Wert gelegt.

Neuer Finanzchef und Veränderungen im VR

Der Verwaltungsrat hat nach einem intensiven Auswahlprozess mit Roland Seger einen neuen Finanzchef gewählt. Der 44jährige Liechtensteiner ist heute als Mitglied des Finanzführungsteams eines international tätigen Industriekonzerns in Schaan verantwortlich für Performance Management und strategische Projekte in den Bereichen Profitabilitätssteigerung und Kapitaleffizienz. Nach dem Abschluss seines BWL Studiums arbeitete er in verschiedenen Funktionen im internationalen Umfeld und verfügt über langjährige Erfahrung in den Bereichen Finanzen und Controlling sowie Personal und interne Dienste. Roland Seger wird die Funktion vom jetzigen Interims-CFO Christoph Pichler per 1. Mai 2016 übernehmen und nebst seinen Hauptaufgaben in der strategischen und operativen Führung des Finanzbereiches auch als Geschäftsleitungsmitglied aktiv an der Gesamtführung der Liechtensteinischen Post AG mitwirken.

Auf die ordentliche Generalversammlung im Juni 2016 haben mit Adolf E. Real, Verwaltungsrats-Vizepräsident sowie Beat Christen zwei langjährige Mitglieder des Verwaltungsrates ihre Demission bekannt gegeben. Auch Dr. Pascal Koradi als Vertreter der Schweizerischen Post AG wird aufgrund einer neuen beruflichen Herausforderung aus dem Verwaltungsrat ausscheiden. Hans Brändle dankte den scheidenden Verwaltungsräten ausdrücklich für ihr grosses Engagement und ihren erfolgreichen Einsatz zur Neupositionierung der Liechtensteinischen Post AG.

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