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3. Briefmarkenausgabe der Philatelie Liechtenstein am 7. September 2020

 

500. Todestag Raffael

Der italienische Maler und Architekt Raffael lebte von 1483 bis 1520 und gilt als einer der bedeutendsten Künstler der italienischen Hochrenaissance. Neben seiner Laufbahn als Maler in Florenz und am päpstlichen Hof in Rom wurde er auch Bauleiter des Petersdoms und Aufseher über die römischen Antiken. Zu Lebzeiten genoss er das Privileg, nur unter seinem Vornamen bekannt zu sein und noch heute kennen die wenigsten seinen vollständigen Namen: Raffaello Sanzio da Urbino. Der zu seinem 500. Todestag veröffentlichte Sonderblock zeigt eines seiner berühmten Werke sowie ein «Selbstporträt» (Wertstufe CHF 6.30) des Künstlers.

Das Fresko «Die Schule von Athen» fertigte Raffael von 1510 bis 1511 in der «Stanza della Segnatura» des Vatikans, dem ursprünglichen Saal für die Unterschriftsleistung in den Privaträumen des Papstes, für Papst Julius II. an. Das mit etwa 7,7 Metern Breite angelegte Bild zeigt einen monumentalen Innenraum, in dem eine Versammlung massgeblicher Wissenschaftler und Philosophen von der Antike bis zur Renaissance stattfindet. Der Titel des Bilds verweist auf die herausragende philosophische Denkschule des antiken Griechenlands. Das Fresko verherrlicht im Sinne der Renaissance das antike Denken als Ursprung der europäischen Kultur, ihrer Philosophie und Wissenschaften.

Dorfansichten: Balzers

Die Fortsetzung der Serie mit Dorfansichten aller Gemeinden des Liechtensteiner Oberlandes führt in dieser Ausgabe nach Balzers. Die südlichste Gemeinde des Fürstentums zählt rund 4'700 Einwohner und eine Fläche von knapp 20 Quadratkilometer. Die im 12er-Bogen gedruckten Briefmarken zeigen schwarzweiss gehaltene Fotografien von Gebäuden, eingebettet in die farbig abgestufte Kulisse einer im Hintergrund liegenden Landschaft.

Die heutige «Mühle» (Wertstufe CHF 1.00) in Balzers wurde 1837 als Erweiterungsbau einer bereits bestehenden Mühle errichtet. Sie war das erste Anwesen, das 1918 mit selber produzierter Elektrizität versorgt wurde. Das Gebäude wurde 1992 durch die Fürstliche Regierung unter Schutz gestellt und in den folgenden zwei Jahren renoviert. Seit 1994 ist die Mühle wieder in Betrieb und setzt heute auf eine biologische Produktion.

«Mäls» (Wertstufe CHF 1.80) ist ein zur Gemeinde Balzers gehörender früherer Weiler und heutiger Dorfteil, der seit dem frühen 20. Jahrhundert mit dem Ortsteil Balzers zusammengewachsen ist. Erste Siedlungsspuren auf Mälsner Gebiet stammen aus dem dritten Jahrhundert nach Christus. Sein ältester Dorfteil dürfte der Bereich um den mittelalterlichen Wohnturm und die Kapelle St. Peter sein, welche im Fokus der zweiten Sondermarke stehen.

PET-Recycling

Mit dem «Globus» (Wertstufe CHF 6.30), einer aus recyceltem PET-Faden gestickten Briefmarke, möchte die Philatelie Liechtenstein auf das Thema Umweltschutz und insbesondere die Rückgewinnung von Wertstoffen aus Abfällen aufmerksam machen.

Gefertigt wurde das Wertzeichen von der Stickerei Hämmerle & Vogel in Lustenau, Österreich. Dazu wurden 3’100 PET-Flaschen à 600 Milliliter zu gereinigten Flocken verarbeitet, bevor daraus ein neues, hochwertiges Polyestergarn erzeugt wurde. Pro Briefmarke wurden 75 Meter Faden verarbeitet. Bei einer Auflage von 40'000 Stück ergibt dies drei Millionen Meter recycelter Polyesterfaden. Diese Länge reicht aus, um die Aussengrenze des Fürstentums Liechtenstein vierzig Mal zu umranden. Ebenso beeindruckend ist ein Vergleich des Arbeitsaufwandes: Während die Stickmaschine mit über einer Million Umdrehungen die Auflage in kürzester Zeit fertigte, würde eine einzige Handstickerin dafür ungefähr 25 Jahre benötigen. Die neue, fünf Zentimeter grosse selbstklebende Briefmarke in Form eines Globus soll nicht nur als Sammlerstück oder zum Frankieren einer Postsendung dienen, sondern kann auch als persönliches Bekenntnis zum Umweltschutz und zur Nachhaltigkeit die eigene Kleidung oder andere Accessoires zieren.

Fürstliche Schätze – Jagdszenen von Rubens

Die mehrteilige Serie mit Motiven aus den Sammlungen des Fürsten von und zu Liechtenstein wird mit zwei Gemälden von Peter Paul Rubens (1577-1640) fortgeführt. Der Künstler flämischer Herkunft war einer der bekanntesten Barockmaler und Diplomat der spanisch-habsburgischen Krone. Seine Werke sind geprägt durch Licht und Farbigkeit.

«Die Jagd des Meleager und der Atalante» (Wertstufe CHF 2.20) zeigt, wie die tapfersten Krieger Griechenlands sich im Kampf gegen ein wütendes Wildschwein versammeln. Das Untier wurde von Diana, der Göttin der Jagd, aus Rache für ein versäumtes Dankesopfer an König Oineus von Kalydoni en gesandt. Atalante, eine unter Jägern aufgewachsene Jungfrau, eilt den bedrängten Speerwerfern Telamon und Peleus zu Hilfe und trifft den Keiler mit ihrem Pfeil hinter dem Ohr. Während sich das verwundete Tier im Schmerz windet, läuft Meleager von rechts herbei und setzt zum Todesstoss an.

Es wird davon ausgegangen, dass die Ölskizze «Die Jagd der Diana» (Wertstufe CHF 1.50) ein Pendant zum vorgängig erwähnten Bild ist. Hier drängen Diana und ihre Jägerinnen zu einem Hirsch vor, der, von den Hunden gestellt und einem Speer getroffen, niedersinkt. Im Hintergrund versucht eine Hirschkuh zu entfliehen.

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